Nachwuchsseite DSB: Werken – Kreativität zum Anfassen
Ortstermin im März. Mittwoch. 15 Uhr. Werkraum der DSB. Der TaschenSpiegel schaut zehn Schülerinnen und Schülern während der Nachmittagsaktivität „Werken“ über die Schulter. Aus quadratischen Spanholzplatten erstellt der talentierte und motivierte Nachwuchs neunteilige Puzzles mit Ostermotiven.
Als erstes richtet jedes Kind seinen Arbeitsplatz ein, dann werden mit Bleistift und Lineal die Puzzleteile auf eine Seite der Spanholzplatte gezeichnet. Eine Hälfte der Gr

uppe dreht diese danach um, um rückseitig das Ostermotiv aufzumalen. Die andere Hälfte schnappt sich eine Laubsäge…
Als im September 2025 dieser Werken-Kurs begann, hatte noch keiner der überwiegend aus der 5. Klasse stammenden Teilnehmer Erfahrung mit Laubsägearbeiten. Jetzt im März sitzt jeder Handgriff: Zielsicher spannen sie ihre Spanplatte in die Werkbank ein, setzen das Sägeblatt punktgenau an und schaffen präzise Kurvenschnitte im Holz. Gewusst wie!
Ritsche ratsche, ritsche ratsche… Fünf Laubsägen fressen sich an den Bleistiftlinien entlang. Konzentration… Ritsche ratsche… Läuft das Sägeblatt gerade? Ritsche ratsche… Die Hand schwitzt, der Arm wird lahm… Ritsche ratsche… Im Stehen geht es doch besser als im Sitzen. Ritsche ratsche… Mist, Sägeblatt gerissen! Ritsche ratsche, ritsche ratsche… Die Ohren vibrieren genauso wie die kleinen Hände, die die Säge führen… Ritsche ratsche… Ritsche… „Stopp!! Fünf Minuten Lärmpause.“ Alles steht still. Ruhe im Werkraum.
Kindern etwas zuzutrauen, sie Schritt für Schritt unter Aufsicht einzuweisen, sie einfach mal machen zu lassen. Das sind wichtige Erfolgsfaktoren für Kristin Leichtl, die diese Aktivität seit drei
Jahren an der DSB leitet. Im „Kunstatelier“ der Grundschule (für die Klassen 1-4) beobachtet sie, dass Malen und Basteln besonders gerne gemacht werden. Für Leichtl eine logische Konsequenz, „Werken“ für die Klassen 5-8 anzubieten. Nähen, Tonarbeiten oder Sägen machen Spaß und fördern haptische Fähigkeiten. Das eine oder andere künstlerisch-handwerkliche Talent blühe geradezu auf.
Die Pause ist rum, mit freiem Kopf, neuer Kraft und Konzentration wird weitergewerkelt. Frida malt ein grünes Osternest mit bunten Eiern und erzählt, dass sie inzwischen eine Laubsäge zu Hause habe. Ihre Eltern fänden es toll, dass sie in diesem Kurs sei, ihre Mama habe auch schon handwerklich gearbeitet. Den Umgang mit Werkzeugen kennt Difta. Ihre Familie hacke ihr Feuerholz selbst, der Vater schwinge die große Axt, während Difta ans kleinere Beil dürfe. Respekt!
Pedro sägt bereits an seinem letzten Puzzleteil, während bei Kai leider ein Stückchen abbricht… Nicht schlimm, denn mit Kleister und Zeitungspapier wird die Bruchstelle flink gekittet und in die Schraubzwinge gespannt. Nächsten Mittwoch wird es super fest sein.

Enric weißelt mit viel Sorgfalt das Puschelschwänzchen seines vorgezeichneten Hasen. Bei Sofia und Edith tummeln sich Küken, Möhren und Ostereier. Liam, aus der 8. Klasse und somit der Älteste, glättet die Kanten seiner ausgesägten Teile sorgfältig mit feinkörnigem Schmirgelpapier. Fähigkeiten und Selbstvertrauen wachsen mit der Zeit.
Viel zu schnell sind die eineinhalb Stunden um. „Lasst die Farben noch antrocknen. Bitte Pinsel auswaschen! Alle Laubsägen zurück in die Box… Nächste Woche werden die Puzzles dann fertig gestellt.“ – Beeindruckend!
FROHE OSTERN schon mal!
Von Katrin J.Wagner, März 2026

Schlagwörter: Deutsche Schule Barcelona
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