Das vierte Zeitalter der Geologie in Moià

Cuevas Moià: Der Palast der Tiere des Quartärs.
Foto: Carles Fortuny at Bages Turisme – Consell Comarcal del Bages
Moià ist die Hauptstadt der Comarca Moianès und liegt zwischen Wiesen und Hangwäldern mit Buchen und Ei-chen. Die Landschaft zieht viele Radfahrer und Wanderer an, die die Natur und die Ruhe genießen möchten.
Man kann durch die Stadt Moià schlendern und stößt dabei auf die Kirche Santa Maria aus dem 17.-18. Jahrhundert. Besonders auffällig ist der 52 Meter hohe Kirchturm. Auf der Plaça Major mit ihren Arkaden findet der wöchentliche Markt statt. Dort befindet sich auch das Geburtshaus von Rafael Casanova. Er gilt als Held, weil er im Jahr 1714 im Kampf gegen die Bourbonen Barcelona verteidigte. In diesem Haus kann man auch das Museu Paleontològic i Arqueològic besuchen. Am Platz Carreró kann man außerdem das Haus Cal Tanay sehen.
Korallen in der Cueva del Toll
Wenn man an Korallen denkt, stellt man sich meist warmes Meer-wasser und tropische Länder vor. Doch nicht weit von Barcelona, in der Comarca del Moianès, befand sich vor etwa 38 Millionen Jah-ren ein warmes Meer, in dem Korallen wuchsen. Viele Millionen Jahre später zog sich das Meer zurück und diese Korallen wurden in einer Höhle, Cova del Toll, fossilisiert. Diese Höhle war in der darauffolgenden Zeit ein bedeutender Lebensraum für viele Tiere des Quartärs, darunter der Höhlenlöwe, das Wollnashorn und der Höhlenbär. Daher wird die Höhle auch als Palast der quartären Tiere bezeichnet. Die dort gefundenen Knochen werden heute in dem Museu Paleontològic i Arqueológic in Moià aufbewahrt.
Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Höhle zwischen 7.000 und 3.000 vor Chr. von Menschen bewohnt war. Die dort gefundenen Werkzeuge sowie menschliche Knochen sind heute ebenfalls im Museum ausgestellt. Die Einwohner der Gemeinde kannten die Existenz der Höhle schon lange. Im Jahr 1948 kamen einige Mitglieder eines der ersten neu gegründeten Höhlenerforschungsvereine Spaniens (Grup d´exploracions Subterrànies del Club muntayenc Barceloní – G.E.S.) in den Ort, um erste Untersuchungen und Erkundungen durchzu-führen. Sei betraten die Höhle durch die geöffnete Seite der Quelle, la Surgència.

Cuevas Moià
Foto: Carles Fortuny at Bages Turisme – Consell Comarcal del Bages
Zu dieser Gruppe gehörte auch Francesc Rovira Luitz, der die Cova del Toll einige Jahre später, im Jahr 1952, gemeinsam mit seiner Mutter Sofia Luitz erneut betrat. Dabei fanden sie eine große, un-beschädigte Keramikvase. Dieser Fund deutete darauf hin, dass es früher einen anderen Eingang zur Höhle gegeben haben musste. Sie knieten sich hin und zwängten sich mit der Vase durch die en-gen Gänge. An einer besonders schmalen Stelle war der Durchgang jedoch so eng, dass sie die Vase in Stücke zerbrechen mussten, um weiterzukommen. Die später wieder zusammengesetzte Vase ist heute ebenfalls im Museu Paleontològic i Arqueològic in Moià zu sehen.
Von Anna Camps, April 2026
Infos
La Cova del Toll kann heute besichtigt werden, allerdings finden die Führungen auf Spanisch nur zu bestimmten Uhrzeiten statt. Daher rechtzeitig unter der Telefonnummer 93-8209134 reservieren.
Die Eintrittskarte beinhaltet auch den Besuch des Museu Paleontològic i Arqueològic in Moià. Nach der Führung, die etwa 50 Mi-nuten dauert, kann man in der Umgebung noch spazieren gehen.
Schlagwörter: Ausflüge
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