Workshop “Die Blüte”

Generationentreffen in der DSB
Wenn ein Lehrer der Deutschen Schule in Barcelona wie Andreas Göbel und seine gute Freundin, die Künstlerin Heu Anne Müller, sich nach vielen Jahre in Barcelona wiedersehen, entsteht neben ihrer gemeinsamen Musik auch sowas Interessantes wie ein Workshop in der Deutschen Schule.
„Jede Blüte“ brachte durch die beiden für zwei wunderbare Tage Kinder der sechsten Klasse der Schule und Senioren aus der Gemeinde der Martin Luther Kirche zu einem Generationentreffen zusammen. Keiner wusste so genau, wie das aussehen würde, aber einfach mal mitmachen!
Man traf sich in der Schule und jeder hatte, wie erbeten, einen persönlichen Gegenstand mitgebracht. Noch stand sich Jung (11jährig) und Alt (zwischen 50 und 90) ein bisschen verloren gegenüber. Aber dann wurden Stühle zu einem Kreis zusammengerückt, die ältere Generation zwischen das Jungvolk gesetzt und nun durfte jeder erzählen, welche Bedeutung der mitgebrachte Gegenstand für ihn darstellt. Lustiges, Trauriges, Reiseerinnerungen, vieles hörte man da und schon gab es eine Verbindung untereinander. Dann wurde ein Erwachsener mit zwei Kindern zu Grüppchen zusammengesetzt, um gemeinsam all die Dinge aufzuschreiben, die sich in einem Haus befinden sollten. Von der Badewanne über Garten, Hund, Freude, Freunde und Fröhlichkeit, die Familie, Vertrauen, Liebe, ein warmes Bett und Videospiele war alles dabei. Man überlegte gemeinsam, lachte, redete auch mal über dies und das dabei und als die Zettel anschließend auf dem Boden ausgebreitet wurden, war klar, dass beide Generationen so ziemlich die gleichen Vorstellungen von einem schönen Zuhause haben.
Man ging locker und unbefangen aufeinander zu, die Kinder interessierten sich für die Kindheit der Älteren. Wie war das damals bei euch? Gab es das schon früher? Was habt ihr damals gespielt? Hattet ihr schon Fernseher? Was, nur zwei Programme! Und die Erwachsenen fragten nach Hobbys, Unternehmungen mit Eltern und Freunden, woher kommt ihr? Wieso sprecht ihr alle so gut Deutsch, obwohl die meisten von euch Eltern aus verschiedenen Ländern haben? Was war dein schönster und dein traurigster Tag? Ja, da gab es so viel zu fragen, zu erzählen und von beiden Seiten zu beantworten. Schön, dass es noch einen zweiten Tag zum Zusammensein gab. Da gab es kein Fremdeln mehr. Man umarmte sich schon freudig beim Wiedersehen. Namen machten keine Probleme, da man sie ja auch mit einem großen Zettel fett auf der Brust kleben hatte. Andreas stellte sich ein wenig wackelig auf einen Stuhl, um die ausgestreckten Hände mit den mitgebrachten Gegenständen zu fotografieren. Die Fotos wurden gescannt und bevor sie in durchsichtige Folie eingeschweißt wurden, auf der Rückseite mit einer Frage versehen. Mmm. Was soll man da jetzt schreiben? Hast du schon was geschrieben? Nee, ich weiß nichts. Aber am Ende waren alle Fotorückseiten beschrieben und konnten weiterbearbeitet werden. Wozu? Es sollen noch viele weitere entstehen und am Ende ein großes Frage- und Antwortspiel ergeben.
Dann kam der große Abschied von allen mit Umarmungen und Küsschen und wie toll es war und alles so super organisiert und vor allem, wie prima sich Jung und Alt verstanden haben. Ein Dank an Andreas und Anne und allen, die diese zwei Tage möglich machten.
Möchten wir Alten nochmal zur Schule gehen? Klar, unter solchen Bedingungen jederzeit!
Von Dixi Greiner, April 2026



Schlagwörter: Deutsche Schule Barcelona
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