Igor Levit: Einer der zurzeit besten Pianisten

Igor Levit – ein herausragender, engagierter Künstler, Foto: Peter-Rigaud
„Ich will nicht nur der Mann sein, der die Tasten drückt…“
…sagte Igor Levit (39) – einer der zurzeit zweifelsohne besten Pianisten der Welt in einem Interview in der ZEIT (39/2019). Er steht damit in der langen Tradition von Musikern, die sich neben ihrer herausragenden Kunst auch gesellschaftlich, engagieren, politisch positionieren und zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Stellung beziehen. Von Daniel Barenboim bis Harry Belafonte, von Leonhard Bernstein bis Joan Baez, von Mstislaw Rostopówitsch bis John Lennon, von Bono bis Billie Eilish und von Pau Casals bis Taylor Swift und vielen anderen. Es scheint, dass Musik zur Freiheit drängt und ob ihrer universalen Sprache und Wirkmacht auf Menschen prädestiniert ist, politisch zu wirken.
Die New York Times beschrieb Igor Levit als einen der „bedeutendsten Künstler seiner Generation“, die Süddeutsche Zeitung als „Glücksfall“ für die heutige Konzertlandschaft. Seit Oktober 2019 ist Levit Professor für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Seit Frühjahr 2022 ist er Co-Künstlerischer Leiter des Heidelberger Frühling Musikfestivals. Mit dem Lucerne Festival rief er ein mehrtägiges Klavier-Fest ins Leben, das im Mai letzten Jahres zum dritten Mal stattfand.
Eleonore Büning beschrieb Igor Levit in der FAZ – noch als Studenten – als einen „der großen Pianisten dieses Jahrhunderts“. Wilhelm Sinkovicz nannte ihn in Die Presse einen „Künstler, der mit Bravour alle technischen Kniffligkeiten löst. Bei aller Virtuosität macht Levit jedoch immer voll Poesie Musik.“ Levit wird für seine technische Brillanz und seine innovativen Interpretationen gelobt und geschätzt. Das drückt sich neben stets vollen Konzertsälen in der Fülle an bedeutenden Preisen aus, die er für sein Spiel und sein gesellschaftliches Engagement erhielt und die aufzuzählen den hiesigen Platz sprengen würde.
Erste Unterweisungen im Klavierspiel erhielt Levit mit drei Jahren durch seine Mutter. Mit vier Jahren debütierte er als Solist, mit sechs gab er sein erstes Konzert. Er begann als 13-Jähriger sein Studium am „Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF)“ der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und schloss dort 2010 sein Studium ab. Für das Konzertexamen wurde ihm die höchste Punktzahl in der Geschichte der Hochschule zugesprochen.
Igor Levit beschreibt sich als zutiefst neugierigen Menschen, den vor allem sein Interesse an Menschen, Geschichten und Gegenwart antreibt. Er lebt stark im Heute und richtet seinen Blick stets nach vorn. Sport ist für ihn ein wichtiger Ausgleich zum Klavierspiel, weil er dort Emotionen bewusst ausschalten und sich ganz auf den Moment konzentrieren kann. Die Erfindung des Smartphones und der damit verbundenen, digitalen Öffentlichkeit sieht er als tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung, die vielen Menschen erstmals eine Stimme gibt – ohne jedoch eine Konkurrenz und Gefahr für das analoge gemeinsame Erleben zu sein. Sein Engagement gegen digitale Gewalt unterstreicht er, indem er Preisgelder an den Verein HateAid spendet, dessen Arbeit er als unverzichtbar bezeichnet, weil er die Menschen juristisch unterstützt, die beleidigt, bedroht und angegriffen werden, nur weil sie ihren Bürgerpflichten nachkommen.
Seit 2000 konzertiert Levit in Europa, den USA und Israel. Er spielte unter anderem mit dem English Chamber Orchestra, der NDR-Radiophilharmonie Hannover, den Stuttgarter Philharmonikern, dem Israel Philharmonic Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra.
Während der Corona-Pandemie 2020 gab Levit 52 „Hauskonzerte“ über Twitter und Instagram. Diese wurden größtenteils live aus seiner Berliner Wohnung übertragen. Eines fand auf Einladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Berliner Schloss Bellevue statt. Im Anschluss an diese Serie gab Levit am 30./31.05.2020 eine 15-stündige Live-Darbietung von Eric Saties Vexations, die auch über das Internet übertragen wurde.
Ronald Grätz, Februar 2026
Levit im Palau de la Música
Igor Levit kommt nach Barcelona in den Palau de la Música:
Di., 12. Mai, 2026, 20:00 Uhr
Franz Schubert: Piano Sonata No. 21 in B-flat major, D 960
Robert Schumann: Nachtstücke, Op. 23
Frédéric Chopin: Sonata for Piano No. 3 in B minor, Op. 58
Schlagwörter: Kultur
Share On Facebook
Tweet It





























