Barcelona 2026: Welthauptstadt der Architektur
Barcelona wird den Kongress der Internationalen Architektenunion (UIA) ausrichten und 2026 die UIA-UNESCO-Welthauptstadt der Architektur sein. Dies wurde während der UIA-Generalversammlung in Rio de Janeiro (Brasilien) beschlossen, wo sich die Kandidatur der katalanischen Stadt mit 147 Stimmen gegenüber der von Peking mit 129 Stimmen durchsetzte.
Die Nominierung Barcelonas wurde vom Ministerium für Verkehr, Mobilität und Stadtentwicklung, der Generalitat de Catalunya, dem Stadtrat von Barcelona, dem Obersten Rat der spanischen Architektenvereinigungen (CSCAE, Consell Superior dels Col·legis d’Arquitectes d’Espanya) und dem COAC (Col·legi Oficial d’Arquitectes de Catalunya) unterstützt. Mit dieser Auszeichnung wird Barcelona 30 Jahre nach dem vorherigen UIA-Kongress, der großen Erfolg sowie internationale Wirkung erzielte, wieder zum weltweiten Epizentrum der Architektur.
Barcelona ist weltweit für seine Architektur bekannt. Es ist eine vielfältige, kosmopolitische, moderne, dicht besiedelte Stadt, die über begrenzte natürliche Ressourcen und ein mildes und sonniges Klima verfügt. Der Kongress wird sich genau auf die Werte der Architektur und Stadtplanung als Faktoren der Lebensqualität, des Wohlbefindens und des Gefühls sozialer und kultureller Zugehörigkeit fokussieren. Die zentralen Themenfelder: Wohnen und Stadterneuerung; Mobilität, öffentlicher Raum und Superblocks; Nachhaltigkeit und Klima-strategien; Innovation und städtebauliche Transformation (22@ und neue Stadtquartiere); Denkmalpflege und Bauen im Bestand.
Jubiläen 2026
2026 fällt dieser bemerkenswerte Moment mit zwei bedeutenden architektonischen Jubiläen zusammen: Hundertster Todestag von Antoni Gaudí, begleitet von entscheidenden Baufortschritten an der Sagrada Família, darunter die Fertigstellung des Jesus-Turms; 150 Jahre seit dem Tod von Ildefons Cerdà, dessen visionärer Eixample-Plan bis heute zentrale Debatten zu Mobilität, öffentlichem Raum und urbaner Nachhaltigkeit prägt.
Open Barri
Ziel des Kongresses ist es nicht nur, sich auf Gebäude und renommierte Architekten zu konzentrieren, sondern auch sich Nachbarschaften und den Menschen zu nähern und zu dezentralisieren. Aus diesem Grund werden die Aktivitäten in den zehn Stadtbezirken Barcelonas stattfinden, jeder mit einem zentralen Ort: einem einzigartigen Gebäude, das als Informations- und Treffpunkt für die jeweilige Veranstaltung dient. Also von Februar bis Dezember: zehn Monate, zehn Bezirke, zehn Sitze.
Um die Bürgerbeteiligung zu fördern, hat der Stadtrat beispielsweise eine Art Gymkhana organisiert: jeder, der an einer der vielen Aktivitäten im Viertel teilnimmt, erhält einen Punkt (einen Stempel). Sobald man die zehn Stempel von den zehn Bezirken gesammelt hat, kann man sich einen Preis abholen. Sehr wahrscheinlich durch die erfolgreichen olympischen Freiwilligeneinsätze von 1992 inspiriert, wird auch ein Freiwilligenprogramm eröffnet. Innerhalb des Zeitraums 12.Februar bis 13.Dezember wird ein Zeitaufwand von circa 20 bis 40 Stunden erforderlich, um eine Gemeinschaft begeisterter, engagierter und vielfältiger Architekturbotschafter aufzubauen.
UIA-Weltkongress (28.Juni – 2.Juli)
Was den UIA-Weltkongress angeht, wird er unter dem Motto “One day, One tomorrow” die Beziehung zwischen Stadt und Architektur als Beispiel nehmen, um über eine lebensfähige und nachhaltige Zukunft zu diskutieren. Eine Analyse des aktuellen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Kontextes hilft dabei, die Herausforderungen der Architektur zu formulieren und die Instrumente zu definieren, mit denen sie bewältigt werden können.
Architekturwettbewerb
Eine der wichtigsten Aktionen, die die Generalitat de Catalunya 2026 plant, ist der internationale Architekturwettbewerb für den neuen Campus de Salut Clínic-UB (die Verlegung des derzeitigen Hospital Clínic und der Medizinischen Fakultät vom Eixample zur Diagonalachse). In den letzten Tagen wurde das Protokoll zum Kauf des Grundstücks von der UB für 135 Millionen Euro unterzeichnet. Der Campus wird insgesamt rund 300.000qm umfassen und die Bereiche Gesundheit, Lehre und Forschung & Entwicklung vereinen. Die Generalitat hofft, dass es sich zu einem der führenden Gesundheitszentren Europas entwickeln wird. Die Investition beläuft sich auf 1,7 Milliarden Euro und der Baubeginn ist für 2030 geplant, die Fertigstellung für 2035, also innerhalb eines Jahrzehnts. Eine riesige Infrastruktur ist geplant, die eine Haltestelle an der Verlängerung der U-Bahnlinie L3 beinhaltet und diesen Teil Barcelonas in Bezug auf die Stadtplanung tief verändern wird.
Viele Herausforderungen für dieses Jahr 2026, in einer Stadt, in der paradoxerweise gerade der Zugang zu Wohnraum im Mittelpunkt der Debatte steht und eine der größten Sorgen der Barceloner ist, insbesondere der jungen Leute.
Von Sara Oró, Februar 2026
Weitere Informationen
https://www.barcelona.cat/capitalmundialarquitectura/ca
Schlagwörter: Barcelona
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