Josep Pla – ein großer Sohn Kataloniens

Josep Pla widmete sein Leben dem Schreiben, Ausstellung im Palau Robert, Foto laiadina
Von Gaby Goetting, Juni 2026
Vor fünfundvierzig Jahren, am 23. April 1981, verstarb der katalanische Schriftsteller und Journalist Josep Pla. Schon zu Lebzeiten galt er als einer der wichtigsten Prosa- und Essayisten der katalanischen Sprache, und seine Werke gelten heute als Grundpfeiler der modernen katalanischen Literatur.
Josep Pla i Casadevall wurde am 8. März 1897 in Palafrugell (Baix Empordà) geboren. Er war der Sohn einer Familie bescheidener Landbesitzer, der älteste von vier Brüdern. Seine Schulzeit verbrachte er u. a. im Colegio de los Maristas in Girona. 1913 begann er zunächst ein Medizinstudium an der Universität Barcelona, wechselte aber bald zu Jura. 1919 schloss er sein Studium ab, begann jedoch sofort beruflich im Journalismus zu arbeiten.
Zunächst schrieb er für katalanische Zeitungen. Schon in dieser Zeit begann er eine klare, nüchterne Prosa zu entwickeln, die später als „puro Pla“ bezeichnet wurde. Er reiste als Korrespondent in verschiedene Länder und berichtete aus Paris, Madrid, Portugal, Italien und Berlin.
Josep Pla erlebte die turbulente Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert, den Spanischen Bürgerkrieg und die Franco-Diktatur. Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs ging er zusammen mit Adi Enberg, seiner norwegischen Freundin, ins Exil nach Frankreich und Italien. Als die Truppen Francos 1939 Katalonien einnahmen, kehrte er zurück und arbeitete kurz darauf auch für franquistisch kontrollierte Medien. Diese Nähe machte ihn später für manche Katalanen zu einer umstrittenen Figur.
Nach einigen Jahren des Rückzuges ins Empordà beauftragte ihn das Magazin Destino Reiseberichte zu schreiben, die ihn in viele Länder führte und seine Neugier auf die politische und soziale Entwicklung der zeitgenössischen Welt stillten.
Josep Pla blieb zeitlebens unverheiratet, lebte ganz dem Schreiben gewidmet. Eine der Eigenschaften, die Josep Pla am meisten von anderen Autoren seiner Zeit unterschied, war seine Fähigkeit, sowohl auf Katalanisch als auch auf Spanisch zu schreiben, wobei er in beiden Sprachen außergewöhnliche literarische Qualität erreichte. Die Größe seines Gesamtwerks (47 Bände mit mehr als dreißigtausend Seiten), das alle seine Tagebücher, Berichte, Artikel, Essays, Gedichte, Biografien und Romane umfasst, vermittelt einen Eindruck von seiner beeindruckenden Arbeitsfähigkeit. Unter all seinen Büchern gilt das „Cuaderno Gris“ (Das graue Heft) als sein Meisterwerk, das er bereits 1918 geschrieben hatte und erst 1966 veröffentlicht wurde.
Im hohen Alter wurde sein Werk als eines der wichtigsten in der katalanischen Literatur anerkannt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1975 die Goldmedaille von Barcelona und 1979 die der Generalitat von Katalonien. Josep Pla verbrachte seine letzten Jahre in Llofriu bei Palafrugell, wo er am 23. April 1981 starb.
Sein literarisches Erbe wird heute von der Fundació Josep Pla in Palafrugell gepflegt, die sein Leben und sein Werk der Öffentlichkeit zugänglich macht.
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Schlagwörter: Biografisches, Katalonien, Kultur Literatur
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