Klub Hannah mit Victoria Tissot
Frieden durch Kunst schaffen?
Von Ina Laiadhi, Mai 2026
Im Klub Hannah im Mai 2026 durften wir Victoria Tissot begrüßen – Gründerin der „Embajada del Arte Ucrania“, Kuratorin und Projektmanagerin mit mehr als 15 Jahren internationaler Erfahrung.
Die gebürtige Lettin hat einen großen Teil ihrer Karriere in der Luxusbranche verbracht und für französische Unternehmen in Ländern wie Frankreich, Vietnam und Singapur gearbeitet. Durch diese internationale Laufbahn entwickelte sie einen globalen Blick sowie eine ausgeprägte interkulturelle Sensibilität. Ihre Verbindung zur Ukraine entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut an einem redaktionellen und fotografischen Projekt gemeinsam mit einem ukrainischen Künstler und einem multidisziplinären Kreativteam. Diese Erfahrung prägte ihre Beziehung zur ukrainischen Kultur sowie zur sozialen und künstlerischen Realität des Landes nachhaltig.
Während ihres Vortrags sprach Victoria über die Schwierigkeiten, mit denen viele ukrainische Künstlerinnen und Künstler, die in Katalonien Zuflucht gefunden haben, konfrontiert sind – von wirtschaftlicher Unsicherheit bis hin zur Herausforderung, fern ihrer Heimat Sichtbarkeit und berufliche Kontinuität zu finden. Seit Beginn des Krieges im Jahr 2022 initiiert sie in Barcelona solidarische und kulturelle Projekte zur Unterstützung ukrainischer Kunstschaffender im Exil und verbindet dabei soziales Engagement mit ihrer Leidenschaft für zeitgenössische Kunst.
Für Victoria ist Kultur eine Brücke zwischen den Menschen und ein wesentliches Instrument, um Identität zu bewahren, Dialog zu fördern und Empathie in Zeiten von Konflikten zu schaffen. Sie hatte uns eine Reihe von Fotografien ukrainischer Künstlerinnen und Künstler zur Veranschaulichung mitgebracht. Darüber hinaus teilte sie persönliche Eindrücke vom Alltag in der Ukraine, der weiterhin stark von den Auswirkungen des Krieges geprägt ist. Besonders hob sie die Rolle der Frauen hervor, die neben der emotionalen Belastung und der ständigen Unsicherheit des Konflikts auch den Alltag ihrer Familien und Gemeinschaften tragen und organisieren. Nach dem Vortrag entwickelten sich aus den Fragen des Publikums eine lebendige Diskussion um Kunst und Kultur.
Der Klub Hannah fand erstmals 2017 in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Barcelona statt. Er richtet sich an deutsche, katalanische und spanische Frauen und versteht sich – inspiriert von Hannah Arendt – als Forum für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung von Frauen. Vorbilder sind Persönlichkeiten wie Virginia Woolf, Clara Campoamor, Simone de Beauvoir oder Petra Kelly, die sich für Gleichberechtigung, Emanzipation und gesellschaftlichen Wandel eingesetzt haben.
Wie immer bedanken wir uns herzlich beim Goethe-Institut Barcelona für seine offenen Türen, um uns dort zu treffen und austauschen zu können.
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Klub Hannah im Juli 2026
Termin wird noch bekannt gegeben
Goethe Institut Barcelona
Carrer de Roger de Flor, 224 Barcelona
Schlagwörter: Biografisches, Frauen
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