Weltstar zwischen Licht und Schatten

Können wir uns so die lesende Marilyn Monroe vorstellen?
KI-Generiertes Foto, laiadina
Zum 100. Geburtstag von Marilyn Monroe
Von Evelyn Patz Sievers, Juli 2026
Showgirl, Filmdiva, Femme fatale, Sexsymbol. Marilyn ist unsterblich: Andy-Warhol und berühmte Fotografen verewigten sie, ihre Wachsfigur steht bei Madame Tussauds, Queen Elizabeth II empfing sie. Wie keine andere verkörpert Marilyn Monroe die glamouröse Hollywood-Filmwelt der 1950er Jahre.
Ihre weißblonde Lockenpracht, der aufreizende Gang, die eleganten Posen, das betörende Lächeln, ihre zugleich naive und göttliche Weiblichkeit, unzählige Porträt- und Aktfotos sowie Filmszenen wie die aus Billy Wilders „Das verflixte 7. Jahr“, in dem ein Luftzug aus einem U-Bahn-Schacht den Glockenrock ihres weißen Kleides in Schulterhöhe hochweht, machten sie weltberühmt. Unvergessen ist das rauschende Geburtstagsfest von John F. Kennedy, an dem die in ein enges Glitzerkleid gehüllte Marilyn „Happy Birthday Mr. President“ ins Mikrofon hauchte. Am 4. August 1962, gerade 36 Jahre alt, starb sie an einer Überdosis Schlaftabletten. Über ihren frühen Tod im Zusammenhang mit dem kurzen Doppelverhältnis zu den Kennedy-Brüdern John F. und Robert sowie Marilyns Tabletten- und Alkoholsucht wurde viel gerätselt und geschrieben.
Marilyn galt seinerzeit als schönste und erotischste Frau der Welt. Doch ihre Kindheit erschien dunkel und aussichtslos. Am 1. Juni 1926 kommt Norma Jeane Mortensen als drittes Kind von Gladys Baker, geb. Monroe in Los Angeles zur Welt. Gladys arbeitet in einem kleinen Filmlabor, ist praktisch mittellos, psychisch schwer erkrankt und nicht erziehungsfähig. Norma Jeane wächst auf in etwa zehn verschiedenen Waisenhäusern und Pflegefamilien, ohne familiäre Wärme. Grace McKee, eine Freundin der Mutter, übernimmt zeitweilig die Vormundschaft des Mädchens. Mit Mühe schafft Norma ihre Schulzeit. Um ihrer ärmlichen Situation zu entfliehen, heiratet Norma mit 16 Jahren ihren Nachbarn Jim Dougherty und lässt sich 1946 vom ihm scheiden. Parallel setzt sie sich in Szene und beginnt eine vielversprechende Zukunft als Fotomodell.
Norma Jeane, deren wohlgeformter Körper und makelloses Gesicht mit einem kleinen Schönheitsfleck auf der Wange zugleich Unschuld und Erotik ausstrahlen, posiert 1945 mit langen braunen Locken für den Fotografen André de Dienes. 1949 wird Marilyn von Tom Kelley für einen Akt-Kalender fotografiert. Eines dieser Nacktfotos schmückt 1953 die Titelseite des neuen „Playboy“-Magazins und etabliert fortan Marilyns Ruhm als Sex-Symbol. Für Werbefotos kürzt Norma ihr Haar, lässt es platinblond färben. Sie nimmt den Mädchennamen ihrer Mutter a

Noch mehr Infos hat Jenni Zylka zusammengetragen
n, arbeitet intensiv an ihrer Allgemeinbildung, liest Unmengen von Büchern und nimmt Schauspielunterricht: 1948 bei der Schauspiellehrerin Natasha Lytess, später im New Yorker Actors Studio Lee Strasberg. Diese und etliche prominente Personen – z.B. der Playboy-Herausgeber Hugh Hefner – fördern Marilyns künstlerische Qualitäten der verführerischen, und dennoch fragilen Frau, die reden, singen und tanzen kann. Marilyn Monroes Karriere nimmt Fahrt auf, sie bekommt Filmrollen in Ladies of the Chorus (1948), Love Happy (1949 mit Groucho Marx), Gentlemen prefer Blondes (1952), How to marry a Millionaire (1953), Niagara (1953). Unvergessen ist ihre Rolle als Sängerin in einem Damenorchester in Some like it hot (1959). Einer ihrer letzten Filme ist The Misfits mit Clark Gable (1960).
Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, dabei stets im Scheinwerferlicht stehend – in Korea sorgt Marilyn für die Unterhaltung der dort stationierten US-Soldaten – , heiratet sie 1954 den Baseball-Champion Joe DiMaggio. Auch die nachfolgende Ehe mit dem Schriftsteller Arthur Miller ist nicht von Dauer(1956-1961). Marilyn hat zahlreiche Affären mit berühmten Personen aus Film und Politik – u.a. mit Frank Sinatra und Ives Montand – trinkt morgens Kaffee mit Gin, tagsüber Champagner, nimmt Pillen, Schlafmittel, übersteht zwei Fehlgeburten und ist mehrmals in psychiatrischer Behandlung.
Monroe war nicht das blonde Dummchen, als das sie Miller in seinen Notizen „abstempelte“. Als erste Frau in Hollywood gründete Marilyn eine Produktionsfirma, schrieb Gedichte und Tagebuch. Im Haus mit Palmengarten, das sie kurz vor ihrem Tod in Brentwood erwarb, fand man eine beeindruckende Bibliothek: u.a. Sophokles, Platon, Dostojewski, Freud (aufgrund der Geisteskrankheit ihrer Mutter und ihrer eigenen Depressionen). Die Ambivalenz der äußeren Glitzerwelt von Hollywood und ihrer inneren Zerrissenheit – alles oder nichts – mündete für die verletzliche Marilyn Monroe in einen tragischen Ausgang.
Literatur u.a.:
Jenni Zylka, Marilyn Monroe, 100 Seiten, Reclam-Verlag.
Claudia & Nadja Beinert „Marilyn und die Sterne von Hollywood, Aufbau Taschenbuch.
Truman Capote „Marilyn Monroe, ein wunderschönes Kind“, Schirmer/Mosel.
Schlagwörter: Biografisches, Frauen
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