Klub Hannah mit Claudia Kalász: Faszination Sprache
Anfang November hatten wir das Vergnügen, Claudia Kalász im Klub Hannah zu begrüßen.
Claudia studierte Germanistik, Philosophie und Politologie in Tübingen und Frankfurt und promovierte an der Uni Frankfurt über Hölderlin. An Hölderlin interessierte sie die Verbindung von Lyrik und Sprachphilosophie. Nach einem Aufenthalt in Italien zog sie 1988 nach Barcelona, wo sie bis zu ihrer Pensionierung als Deutschlehrerin am Goethe-Institut Barcelona tätig war. Sie engagierte sich bei zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, besonders hervorzuheben ist das Literarische Sofa, das sie ab 2002 im Saló des Círcol Maldà und im Hotel Oriente organisierte. Dort trafen sich Schriftsteller:innen, Übersetzer:innen, Verleger:innen, Literaturkritiker:innen und Leser:innen, um Bücher zu besprechen, die aus dem Deutschen ins Katalanische oder Spanische übersetzt wurden.
In Barcelona begegnete sie den beiden romanischen Sprachen Spanisch und Katalanisch. Sie lernte beide schnell, um sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Jede Sprache hat ihre eigene Ausdrucksweise, und es ist faszinierend, sich jeder Sprache genau zu nähern. Besonders das Katalanische hatte es ihr angetan, vor allem wegen seines Klangs. In den 80er Jahren ging es in Katalonien um die Neueroberung der Sprache, eine herausfordernde Aufgabe für die Sprecher, die sich erst seit Ende der 70er Jahre wieder frei auf Katalanisch unterhalten konnten.
Wie lernt man eine Sprache am besten? Für Claudia ist der tägliche Austausch mit den Mitmenschen und das Lesen der Literatur entscheidend. Sie erkundete die verschiedenen Viertel Barcelonas auch durch ausgedehnte Spaziergänge, um in die Geschichte der Stadt einzutauchen, die damals noch nicht so von Touristen überlaufen war. Ihre Faszination für das Katalanische führte sie auch zum literarischen Übersetzen. Sie übersetzte Lyrik verschiedener Autoren sowie Kurzgeschichten von Víctor Català und Narcís Oller aus dem Katalanischen. Derzeit bereitet sie die deutsche Veröffentlichung des Romans „Crist de 200.000 braços“ von Agustí Bartra (1908-1982) im Kölner Kupido-Verlag vor. Das Buch, geschrieben in intensiver poetischer Prosa, spielt im Lager Argelès-sur-Mer, wo Bartra selbst als republikanischer Flüchtling nach dem Sieg von General Franco zusammen mit 100.000 Kameraden interniert war. Die Lektüre bietet eine Begegnung mit der Geschichte, die uns direkt mit den Schrecken der Gegenwart konfrontiert.
Wir sind gespannt darauf!
Ihre kleine Literaturliste:
Mercè Rodoreda, Plaça del Diamant
Carmen Laforet, Nada
Quim Monzó, Relats – Geschichten
Victor Català, Contes – Erzählungen
Narcis Oller, Pilar Prim (Roman) und Contes – Erzählungen
Klub Hannah im Goethe Institut Barcelona:
Unser Debattierklub ausschließlich für Frauen ist eine Initiative zur Förderung des Erfahrungsaustauschs von Frauen für Frauen.
Schlagwörter: Klub Hannah in Barcelona
Share On Facebook
Tweet It
































