Ein weiblicher Blick in die Geschichte

Die Trobadora Beatriu de Montcada lebte in Sant Martí de Sarroca. Foto: Anna Camps
Sant Martí de Sarroca
Von Anna Camps, Mai 2026
Die Besichtigung eines Schlosses oder einer Festung ist immer interessant, um die Geschichte der Umgebung besser zu verstehen. Doch wenn diese Geschichte eng mit den Frauen verbunden ist, die dort gelebt haben, eröffnet sich ein noch anderer, weiblicher Blickwinkel.
Die Burg von Sant Martí de Sarroca aus dem 10. Jahrhundert ist mit dem mittelalterlichen weiblichen Adel, sowie mit den Trobadoras, Sängerinnen und Poetinnen (als weibliches Gegenstück zum Troubadour), verbunden. Frauen spielten im Mittelalter eine bedeutende Rolle, wie etwa Beatriu de Montcada, die zusammen mit Guillem de Sant Martí, dem Herrn der Burg Sant Martí de Sarroca, lebte. Beatriu de Montcada gehörte zur Gruppe der Trobadoras, die Gedichte über Liebe und Loyalität verfassten. Sie stammte aus einem adligen Umfeld und war eine gebildete Frau, die Zugang zu literarischer Bildung und höfischer Kultur hatte.
Am Hof von Alfonso X befand sich die bekannteste Trobadora der Zeit, la Condesa de Día. Auch in diese Burg flüchtete Königin Sibilia de Fortià im 14. Jahrhundert mit Geld, Schmuck und Kleidung, nachdem sie ihren kranken Ehemann, König Pere III., verlassen hatte und dort Zuflucht suchte. Sie wurde von ihren Stiefsöhnen verfolgt, die von ihr verlangten, dass sie alles zurückgebe, andernfalls drohten sie, sie zu töten. Schließlich gab sie nach.
Bei der Führung kann man den Keller, die Küche mit ihrem Ofen, den Patio de Armas sowie ein Museum mit Fundstücken aus der Römerzeit besichtigen. Das Museum enthält Objekte, die in der Umgebung entdeckt wurden. In den 1960er-Jahren wurde die Burg restauriert.
Im Jahr 1906 beauftragte der Bischof von Barcelona, Salvador Casañas, den berühmten Architekten Josep Puig i Cadafalch mit der Restaurierung der Kirche. Die Besichtigung der Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die um 12 Uhr stattfindet, rundet den Blick auf das architektonische Gesamtbild des Ortes ab.

Wasserfall „Salt del Mico”, Foto: Anna Camps
Salt del Mico
Von der Kirche Sant Martí de Sarroca aus kann man die Adresse Can Carbó ins Navi eingeben und etwa 18 Minuten zu Fuß hinuntergehen, um einen kleinen Fluss zu erreichen. Dank eines bunt bemalten Schildes findet man einen schmalen Pfad, der zu dem kleinen Wasserfall „Salt del Mico“ führt. Alternativ kann man auch mit dem Auto bis nach Can Carbó fahren und von dort aus weniger als einen Kilometer zu Fuß zurücklegen.

Parc del Talls, Foto: Anna Camps
Parc dels Talls, Vilobí del Penedés
Der Ortsname Vilobí stammt von dem lateinischen „Villa Albina“ und bezieht sich auf die alten canteras (Kalksteinbrüche), die in der Römerzeit in dieser Gegend genutzt wurden. Über mehr als zweitausend Jahre wurde dieses alte Gebiet von Steinbrüchen ausgebeutet, und im Jahr 1993 entstand mit der Schließung der Fabriken und dem Ende des Kalksteinabbaus ein einzigartiger Ort voller großer Ruhe.
Info
Tel: 93 899 16 69. hola@turismesantmartisarroca.cat
https://www.penedesturisme.cat/es/que-hacer/parc-dels-talls
Schlagwörter: Ausflüge, Katalonien
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