Buchtipp: Verlorene Schäfchen
Von Uta Illing, August 2026
Für mich als Bücher-Junkie muss schon was Besonderes daherkommen, um mich zu überraschen. Diese Überraschung ist der jungen Autorin Madeline Cash mit ihrem im Mai 2026 erschienenen Roman „Verlorene Schäfchen“ voll gelungen. Satirisch, voller Sprachwitz schildert sie das Leben der amerikanischen Kleinstadtfamilie Flynn: Vater Bud, Mutter Catherine und die drei Töchter Abigail, Harper und Louise. Mutter Catherine steckt in einer Sinnkrise, möchte die Ehe öffnen und hat ein Auge auf den Nachbarn geworfen, Vater Bud zieht in den Minivan und sucht Halt in der kirchlichen Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“. Die Töchter versuchen auf ihre Weise, sich dem familiären Chaos zu entziehen. Die jüngste, Harper, ist ein hochintelligenter Nerd und deckt eine Verschwörung auf, die mittlere, Louise, fühlt sich nicht gesehen und verfällt einem fundamentalistischen Online-Lover, die siebzehnjährige Abigail wird wegen ihrer Schönheit bewundert und datet einen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes. Die chaotischen Fäden der Familie laufen schließlich bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen. Dabei geht es in erster Linie um die einzelnen Charaktere, die so überspitzt dargestellt werden, dass es wie absurdes Theater wirkt und gleichzeitig die Tragikomik des Familienlebens auf ganz besondere humorvolle Weise dem Leser näherbringt und ihn nicht nur zum Schmunzeln anregt, sondern auch nachdenklich werden lässt.
Infos
Madeline Cash: Verlorene Schäfchen, Pinguin Verlag 2026, 320 Seiten, 24€
Schlagwörter: Literatur
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