22ª Passejada amb Barret: Hütchenspiele
Von Dixi Greiner; Mai 2026
Wer Mitte April auf der Rambla spazieren ging, kam aus dem Staunen und Lachen nicht mehr heraus.
Um ihn herum ein Gewusele von aufgeputzten Einheimischen, die mit den komischsten und ausgefallensten Hüten auf dem Kopf die Straße bevölkerten. Was gab es da nicht alles zu bewundern! Hüte mit riesigen Blumengebinden, Schleifen und Bändern, Federn und Schleierchen. So hübsch das auch aussah, die wenigsten von den Hunderten von Schaulustigen machten davon ein Foto. Das sah doch alles eigentlich noch normal aus. Nein, die ständig im Anschlag gehaltenen Handys klickten hauptsächlich bei den selbst konstruierten Gebilden, die zwar auf den Köpfen saßen, aber wenig mit dem, was man so als Hut bezeichnet, zu tun hatten. Da sag mal noch einer, dass die Katalanen wenig Humor und wenig Fantasie hätten!

Riesige bunte Nester, in denen ein Storch oder stolzer Pfau thronte, oder aus dem weiße Eier und kleine Küken heraus schauten, wurden schwankend durch die Menge jongliert. Mal musste ein schön geschmückter Pferdekopf, mal ein Schäfchen auf Wattewolken sich auf dem Kopf seines Trägers seinen Weg durch die Menge bahnen. Zwei Männer hatten sich als „Lidl“ verkleidet und hatten sich eine große Auswahl an Waren auf dem Kopf befestigt wie Eierkartons, Joghurtbecher, Käse-schachteln usw. Viele hatten wohl mit dem Basteln so viel Spaß, dass sie gar nicht damit aufhören konnten und so enorme Gebilde zusammen-stellten, dass man darunter ihre Gesichter nicht mehr sehen konnte.
Diese „Hutshow“ fand nun schon zum 22. Male statt und wird jedes Jahr nach Ostern zelebriert. Aber was soll das Ganze? Es heißt, nach den Entbehrungen der Fastenzeit – kein Fleisch, Zucker, Alkohlo, Zigaretten – habe man genug gebüßt. Und man freue sich auf einen Neuanfang. Mit dem Frühling beginnt auch das gesellige Leben im Freien wieder, neue Kleider werden gekauft und damit flaniert man, elegant mit Hut, auf der Rambla, um sich bewundern zu lassen. Von Jahr zu Jahr werden die Kleider und Hüte immer erlesener und ausgefallener. Aber „brat mir einer ‘nen Storch“, wer hätte gedacht, dass mal genauso ein Vogel, mitsamt riesigem Nest 2026 als Hut durch die Rambla schaukeln würde.
Schlagwörter: Barcelona, Sehenswert
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