Cristina Amils – das Debutalbum

Cristina Amils nimmt uns mit auf eine jazzige Reise durch das 20.Jahrhundert
Von Ronald Grätz, Oktober 2026
„Musik ist für mich die Sprache der Seele und ein Weg, angestaute Gefühle und Emotionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, so dass die Energie in Körper und Seele wieder frei fließen kann.“
Cristina Amils, geboren in der Schweiz und in Katalonien aufgewachsen, hat an der UAB in Barcelona sowie in Hildesheim Übersetzen studiert. Danach zog es sie nach Heidelberg, um eine Ausbildung als Konferenzdolmetscherin zu absolvieren. Derzeit lebt sie in Barcelona. Sie arbeitet seit Mitte der 1990er Jahre als freiberufliche Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin (u.a. für das EU-Parlament, die EU-Kommission und den EU-Gerichtshof sowie andere Institutionen in Katalonien und weltweit) mit den Sprachen Deutsch, Spanisch, Katalanisch, Englisch und Französisch.
So weit – so kurz. Im Hintergrund und (wenn man so will) in der Tiefe gibt es gleichwohl eine andere, zunehmend größer werdende musikalische und künstlerische Welt – der Sängerin Cristina Amils. Obwohl sie als Grundlage eine klassische Klavierausbildung hat, schlägt ihr Herz vor allem für Varianten des modernen Jazz. Sie verbindet gesanglich auf faszinierende Weise Swing, Bebop, R&B, Funk, Bossa Nova, Blues und Cool-Jazz bis hin zum französischen Chanson und italienischen Lied.
Im Spätsommer 2025 veröffentlichte sie ihr erstes Album „Nobody Else“. Es ist eine intime und zugleich lebendige musikalische Reise, die die künstlerische und sprachliche Vielseitigkeit von Cristina Amils und ihrer Gruppe zu einem spannenden Hörgenuss und musikalischen Bogen formt. Die zehn Titel des Albums vereinen die Eleganz und Coolness des klassischen Jazz mit Standards von Ikonen wie Gershwin, Vernon Duke, und mit Ausflügen in die Musik von Jamal/Williams und Gainsbourg. Die Stücke in der Tradition des Cool-Jazz erzeugen Bilder im Kopf zwischen lasziver Bar-Atmosphäre und Abgründen wie in “Fahrstuhl zum Schafott” (Louis Malle 1966) mit dem furchterregenden Soundtrack von Miles Davis – ein Meilenstein des Cool-Jazz.
Der sparsame, aber präsente Bass mit teils betonenden, teils untermalenden Läufen erzeugt eine klangliche Grundierung und ist gleichzeitig ein orientierendes Element.
Das Klavier ist pointiert und verflüchtigt sich manchmal, kommt aber stets zurück zum Ganzen oft in einem wunderbar besinnlichen Perlen der Töne häufig im Dialog mit dem Bass. Das Schlagzeug treibt die Band und Musik ruhig und sensibel nach vorne und ist sich seiner strukturbildenden Verantwortung stets bewusst. Das Quartett erzeugt klanglich ein in sich wunderbares Gleichgewicht, ein harmonisches Ganzes.
Das verbindende und tragende Element ist dabei Cristina Amils wundervoll intonierte und modulierende, von gefühlvoller Intensität geprägte und in gewisser Weise „mutige” Stimme, die ohne Druck sehr natürlich und leicht klingt – in den mittleren Lagen und langsamen Passagen besonders berührend.
Cristina Amils gibt auf “Nobody Else” auch ihr Debüt als Texterin und verleiht zwei Glanzpunkten der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts eine neue Dimension: Maurice Ravels zarter, luftig frischer Ballade „Pavane pour une infante défunte“ (Pavane für eine verstorbene Prinzessin) und Frederic Mompous in seinen Harmonien und Akkorden geradezu jazzigen „La Barca“ – es ist eine Verschmelzung von Poesie und Melodie, die aufmerksam hören macht.
„Nobody Else“ präsentiert sich als eine intime und lebendige musikalische Reise und ist ein Spiegelbild der künstlerischen und sprachlichen Vielseitigkeit von Cristina Amils.
Ohne Musik würde ein großer Batzen Lebensenergie fehlen. Der Körper könnte nicht mehr harmonisch schwingen und die Wege, um tiefgehenden Emotionen freien Lauf zu geben, wären stark eingeschränkt.
Infos:
Nobody Else, (Segell Microscopi, 2025)
- Cristina Amils, Gesang, Èlia Lucas, Klavier, Héctor Tejedo, Kontrabass, Pau Planas, Schlagzeug
Der nächste Auftritt von Cristina Amils mit Band
27.11.2026 19.00h in der Buchhandlung Byron (Casanova, 32)
Schlagwörter: Musik
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