Igualada- wechselhafte Industriegeschichte
Von Anna Camps, September 2026
Die Geschichte der Stadt Igualada ist seit dem 18. Jahrhundert eng mit der Textilindustrie verbunden. Die Stadt wuchs damals am Flussbett des Anoia, wo Wolle und Baumwolle gewaschen, verarbeitet und verkauft wurden. Der Aufschwung der Stadt begann vor allem durch die Industrialisierung. Im 19. Jahrhundert gewann sie dank der Textilunternehmer zunehmend an Bedeutung und wurde zu einem wichtigen Zentrum der Textilproduktion.
Vom Treiben vergangener Zeiten zeugen die Häuser rund um die Plaça del Ajuntament. Unter ihren Bögen wurde bereits im 15. Jahrhundert gehandelt und verschiedene Waren verkauft. Hervorstechend das Cal Roure an der Plaça del Ajuntament, 11.
Heutzutage befindet sich dort ein Hotel, doch im 18. Jahrhundert war das Gebäude die Residenz des Textilunternehmers Herrn Roure. Besonders sehenswert ist die verzierte Fassade.

Die Fresken in der Basilika erzählen historische Ereignisse. Foto: Anna Camps
Basilika Santa Maria – Plaça Sant Miquel
Die Basilika Santa Maria ist mit ihrem schlichten zurückhaltenden Stil für die Einheimischen etwas ganz Besonderes. Generation für Generation wurde das Feuer vom 1590 in der Heiligennische der Basilika weitergetragen. Auch die Legende, nach der Christus dem Herzog von Vendôme erschienen sein soll, wurde überliefert. In der Basilika befindet sich zwei Fresken, beide stammen von demselben Künstler Francisco Camps und stellen diese beiden Ereignisse dar.
Museu de la Pell

Lederindustrie und Schlachthof arbeiteten eng zusammen. Foto: Anna Camps
Das Ledermuseum befindet sich in einer ehemaligen, bedeutenden Wollfabrik aus dem 19. Jahrhundert. In der Ausstellung erhält man einen Einblick in die Geschichte des Leders und erfährt, wie es die Menschheit seit ihren Anfängen begleitet hat und auf welche Weise es im Laufe der Zeit verarbeitet wurde.
https://museupelligualada.cat/es/espais/#Museu-Pell
Asil de Sant Crist Milà i Fontanals, 8

Das mitten in der Stadt gelegene „Asil“ vermischt verschiedene Stilrichtungen. Foto Anna Camps
Das Gebäude wurde zwischen 1931 und 1941 erbaut und war ein Vermächtnis der Schwestern Castells an die Kirche. Eigentlich sollte darin eine Bibliothek untergebracht werden. Die Kombination verschiedener Materialien und die Arkaden verleihen dem Gebäude ein gaudianisches Flair. Heute befindet sich darin ein Altersheim. Man kann es leider nur von außen besichtigen.
Escorxador (Schlachthof)
Igualada war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eng mit der Lederindustrie verbunden. Im Jahr 1905 wurde hier ein großer Schlachthof errichtet, der den industriellen Charakter und zugleich den Jugendstil jener Epoche widerspiegelt. Besonders charakteristisch ist die Fassade aus rotem Backstein, kombiniert mit grünen Keramikelementen. Über viele Jahre stand das Gebäude leer und geriet in Vergessenheit. Seit einigen Jahren wird es jedoch Schritt für Schritt restauriert. Leider kann man das Gebäude derzeit nur von außen besichtigen.
Rec.0
Aus der Zeit, in der die Textilindustrie ihre Blütezeit erlebte, sind noch einige Fabrikgebäude erhalten. Zweimal im Jahr werden sie im Rahmen des Events „Rec.0“ für Besucher geöffnet. In diesem Jahr findet die Veranstaltung vom 4. bis 7. November statt. Dort kann man Kleidung bekannter Marken zu günstigen Preisen kaufen, die Gastronomie der Umgebung entdecken und Live-Musik genießen. So verbindet „Rec.0“ Mode, Kultur und Gastronomie miteinander.
Der Name „Rec.0“ geht auf eine Gruppe von Menschen aus dem Viertel Rec zurück, die die Veranstaltung 2009 ins Leben gerufen hat. „Rec“ bedeutet auf Katalanisch Bewässerungskanal. Der Name bezieht sich auf die zahlreichen Wasserkanäle, die früher durch das Viertel neben den Fabriken verliefen.
https://www.rec0.com/es/mapa-rec-0
Schlagwörter: Ausflüge, Katalonien, Traditionen
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