Ausstellung: Barcelona unter der Lupe

Sehenswerte Ausstellung zur Stadtentwicklung Barcelonas im MUHBA Oliva Artés Fotos: Sara Oró
Von Sara Oró, Juni 2026
Derzeit ist im Oliva Artés-Raum eine wunderschöne Ausstellung zu sehen: Interrogar Barcelona. De la industrialització al segle XXI (Barcelona unter del Lupe. Von der Industrialisierung bis zum 21. Jahrhundert). Die Dauerausstellung beleuchtet die Entwicklung Barcelonas vom 18. Jahrhundert bis heute aus verschiedenen Blickwinkeln wie Arbeit, Demografie, Einwanderung, soziale Konflikte, Raumordnung und industrielle Entwicklung.
Oliva Artés ist ein Ort, an dem die historische Entwicklung der Stadt und ihr Zukunftspotenzial aufeinandertreffen. Diese ehemalige Fabrikhalle, die 1920 erbaut wurde und der Herstellung und Reparatur von Maschinen diente, ist heute Teil des Museums für die Geschichte Barcelonas in Poblenou (MUHBA). Es befindet sich neben einer herrlichen Grünanlage, el Parc del Poblenou, und 20 Minuten zu Fuß von der Diagonal Mar.
Es handelt sich um einen Raum, der als partizipatives Labor-Museum zur Geschichte, zum Vermächtnis und zum Kulturerbe der modernen Stadt konzipiert ist. Es wird mit Nachbarschaftsvereinen und Forschungszentren zusammengearbeitet, wie beispielsweise der Taula de l’Eix Pere IV, dem Historischen Archiv von Poblenou und dem Nachbarschaftsverein von Poblenou.
Sobald man diesen fantastischen Raum betritt, kann man – egal, ob man aus Barcelona stammt oder neu hier ist – nur Wow! ausrufen. Der Raum ist beeindruckend, und sofort beginnt eine Reise durch die Zeit, denn die Ausstellung bietet einen direkten Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Barcelonas.
Zunächst stößt man auf riesige, grüne Maschinen voller Knöpfe, Hebel und Anzeigen aller Art: Es handelt sich um die Steuerung für die Kühlvitrinen des berühmten Unternehmens FRIGO, das 1927 in Barcelona gegründet wurde und als erstes spanisches Unternehmen Speiseeis im industriellen Maßstab herstellte. Wer erinnert sich nicht an Dracula, Friopie und Frigodedo aus den Sommern der 80er Jahre?
Wir gehen weiter und stoßen auf alte Radios, Näh- und, Schreibmaschinen und die Holztische aus alten Schulen. Mehrere Objekte stehen im Zusammenhang mit der Geschichte und Entwicklung der Stadt: Die großen nationalen Migrationsbewegungen der 1930er Jahre, der Bürgerkrieg, das Verbot der katalanischen Sprache in Schulen und im gesamten öffentlichen und gesellschaftlichen Leben während 40 Jahre Diktatur bis zu Francos Tod im Jahr 1975, die Bedeutung der Textilindustrie in Barcelona und in Katalonien im Allgemeinen. Und natürlich die Rolle von Männern und Frauen, die Arbeiterbewegung und die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken jener Zeit. Die Informationstafeln bieten während dieses faszinierenden Rundgangs sehr gute Erläuterungen auf Englisch, Katalanisch und Spanisch.
Im Hintergrund taucht der „600“ auf, ein legendäres und beliebtes Auto. Wir befinden uns nun in den 1960er Jahren: Die katalanische Bourgeoisie, der Modernisme, Architektur, Wohlstand, gesellschaftliche Veränderungen. Dann der Wendepunkt der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona, die Öffnung Barcelonas zum Meer, jenes gigantische HOLA HOLA HOLA vom Olympiastadion in Montjuïc, das Barcelona der Welt öffnen sollte, Bauwesen, städtischer Wandel, Globalisierung und Einwanderung aus aller Welt, aber auch Massentourismus und Spekulation.
Das lebendige und pulsierende Barcelona von heute, das Barcelona, das wir lieben und irgendwie zu schützen versuchen, mit all seinen Schwächen und Problemen, aber auch seinen Reizen und Schönheiten.

Die Ausstellung ist wunderschön und sehr empfehlenswert. Und für alle, die noch nicht genug haben, gibt es bis zum 10. Juni die Möglichkeit, die von den Architekten Nicola Regusci und Xavier Bustos kuratierte Sonderausstellung zu besuchen, die die Projekte aus 15 Jahren Cities Connection Project präsentiert. An diesem Projekt haben mehr als 400 lokale und internationale Architekturbüros mitgewirkt. Es bietet eine interdisziplinäre Perspektive auf die Stadtentwicklung durch öffentliche Architektur unter dem Gesichtspunkt der sozialen Verantwortung. Absolut interessant!
Infos
Oliva Artés
https://www.barcelona.cat/museuhistoria/es/patrimonios/los-espacios-del-museo/oliva-artes
- Espronceda, 142-146, BCN, (Parque Centro del Poblenou)
Tel. 93 256 21 00, museuhistoria@bcn.cat
Öffnungszeiten variieren, ab Juni: Sa und So 11-15h, 16- 20h
Schlagwörter: Barcelona, Museen und Sehenswürdigkeiten
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