Die Höhlen von L’Espluga de Francoli

Die Höhlen von L’Espulga locken auch mit Szenendarstellungen, Foto: Siebenmorgen
Von Sascha Siebenmorgen, August 2026
An einem sonnigen und warmen 1. Mai steigen wir, eine Gruppe des deutschsprachigen Vereins Schlaraffia, in die wohltemperierten Höhlen von L’Espluga de Francoli hinab, wo das ganze Jahr frische 14 Grad vorherrschen. In der Nähe des Klosters Poblet liegen diese Höhlen, die erst 1957 „wieder“-entdeckt wurden.
Es handelt sich um eine der weltweit längsten Konglomerat-Höhlen, die von einem unterirdischen Fluss, hier dem Francoli, gebildet wurden. Ein besonderes Ereignis ergab sich 2019, als durch sintflutartige Regenfälle ein noch unbekannter Teil der Höhle freigespült wurde und dabei 300 Steinzeitgravuren freigelegt wurden, also in die Wand gemeißelte Höhlenzeichnungen. Diese kann man zwar leider bisher nicht besuchen, aber die ersten 500 Meter der Höhle lohnen sich auch schon sehr, und zwar für Erwachsene und Kinder.
Auf diesen ersten 500 Metern wird mit Szenendarstellungen und Videoinstallationen das Leben der Menschen, die diese Höhlen bewohnten, von der Steinzeit bis in die Neuzeit lebendig und interessant dargestellt. Unserem gut geschulten Führer gelang es, uns auf faszinierende Art und Weise, auf jeder Etappe der Menschheit, die neuen Errungenschaften und Schritte in die Neuzeit darzustellen, aber auch auf die Rituale und das spirituelle Leben der Bewohner einzugehen.
Die Führung, die man vorher reservieren sollte, dauert ungefähr eine Stunde. Eine Jacke ist auch auf jeden Fall empfehlenswert, denn gerade im Sommer kann die durchaus angenehme Frische in der Höhle zum Frösteln führen. Nach dem Besuch kann man noch die Agrobotiga des Celler de l’Oli besuchen, eine Bodega modernistischen Baustils, die nur ca. 200 Meter von den Höhlen entfernt liegt. Und falls einen dann der Hunger drückt, ist das Art Restaurant direkt um die Ecke durchaus zu empfehlen.
Schlagwörter: Ausflüge, Katalonien
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