Fotokunst zur freien Interpretation

Chema Madoz, Foto: Alex Mena für Galería Elvira González, Madrid
Von Katrin J. Wagner, Mai 2026
Chema Madoz (Madrid 1958) gehört national wie international zu den bedeutendsten zeitgenössischen spanischen Fotokünstlern. Seine Fotoarbeiten der 1980er Jahre muten theatralisch und surrealistisch an; sie lassen gewisse Anlehnungen an René Magritte erkennen.
In den 1990er Jahren geht Madoz dazu über, mit unglaublicher Akribie Alltagsgegenstände zu überraschenden Kompositionen zusammenzustellen: oft stehen seine Bildkompositionen im kognitiven Widerspruch zum eigentlichen Sinn oder Verwendungszweck der Alltagsgegenstände. Erscheint es logisch oder praktikabel, eine Wolke in einen Vogelkäfig einzusperren?
Madoz‘ Fotografien bestechen durch eine besondere Beleuchtung und die minimalistische Präsentation. Aus Authentizitätsgründen bevorzugt er es, seine Bildkompositionen analog zusammen zu stellen anstatt sich der digitalen Bildbearbeitung zu bedienen. Das Ergebnis sind surrealistisch anmutende Schwarzweißfotografien, die aus den Betrachtern immer wieder neue emotionale wie intellektuelle Reaktionen heraus kitzeln sollen. – Dass dies auch bei jungen Menschen hervorragend gelingt, beweisen die Interpretationen auf unserer Nachwuchsseite.
Tipps & Informationen:
Instagram: chemamadozphotographer
05.05.-10.07.2026: Ausstellung Galería Elvira González, Madrid im Rahmen des Festival Off der XXIX Ausgabe der PHotoESPAÑA
Surreale Fotografie: Kopfkino in Worte gefasst, ein Projekt der DSBarcelona

Schlagwörter: Kunst
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