Biomedizinischer Forschungspark von Barcelona

Der direkt am Meer gelegene Parc de Recerca Biomèdica de Barcelona (PRBB) steht für Spitzenforschung, Foto: Sara Oró
Der direkt am Meer gelegene Parc de Recerca Biomèdica de Barcelona (PRBB) ist ein außergewöhnlicher Ort und ein europäischer Maßstab für Spitzenforschung, an dem nicht nur Projekte in verschiedenen Bereichen entwickelt, sondern auch angehende Forscher ausgebildet werden. Die über 1.700 dort tätigen Mitarbeiter aus 70 verschiedenen Ländern sowie die hochmodernen Einrichtungen machen diesen Park zu einer echten Wissensfabrik und zum dritten Forschungszentrum Europas.
Der Biomedizinische Forschungspark Barcelona wurde am 15. Mai 2006 eröffnet und ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Regionalregierung von Katalonien, der Stadtverwaltung von Barcelona und der Universität Pompeu Fabra. Die dort durchgeführten Aktivitäten werden hauptsächlich aus öffentlichen Mitteln finanziert, weshalb der Park Führungen und Tage der offenen Tür für alle Bürger organisiert, die sich aus erster Hand über die Arbeitsweise des Zentrums informieren möchten.
Ich hatte die Gelegenheit, das Gebäude mit einer kleinen, privilegierten Gruppe zu besichtigen, begleitet vom Leiter der Kommunikationsabteilung, der uns eine Einführung gab und uns anschließend durch die verschiedenen Räumlichkeiten führte. Unter demselben Dach befinden sich acht Forschungszentren, die sich Räumlichkeiten und Geräte teilen:
- Das Forschungsinstitut des Hospital del Mar befasst sich mit der Erforschung von Erkrankungen des Gehirns, des Herzens und von Krebs; es forscht im Bereich Bioinformatik (der Untersuchung biologischer Daten mit Hilfe von Computern).
- Der Fachbereich für Medizin und Lebenswissenschaften der Universität Pompeu Fabra (MELIS-UPF) befasst sich mit der Funktionsweise von Krankheiten, verschiedenen Organen und Systemen.
- Das Zentrum für Genomregulierung (CRG) erforscht Gene.
- Das Institut für Evolutionsbiologie (IBE: CSIC-UPF) erforscht die Evolution lebender Organismen, sowohl wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben als auch ihre Unterschiede und Möglichkeiten zu ihrer Erhaltung.
- Das Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) untersucht, wie sich die Umwelt – Luft, Wasser, Strahlung usw. – auf unsere Gesundheit auswirkt.
- Am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL Barcelona) werden im Labor Mini-Organe gezüchtet, um zu erklären, wie sich Krankheiten auf diese auswirken.
- Die Pasqual-Maragall-Stiftung forscht nach einem Heilmittel für die Alzheimer-Krankheit und andere Erkrankungen, die das Gehirn im Alter befallen.
- Das Barcelona Institute for Applied Radiopharmacy entwickelt Radiopharmaka, eine Art radioaktiver Moleküle, für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten.

Innenansicht, Foto: Sara Oró
In diesem ganz besonderen Umfeld finden jedes Jahr rund 300 Konferenzen und 40 Workshops zu Soft Skills statt, also Community Building. Englisch ist neben Katalanisch und Spanisch die am häufigsten verwendete Sprache. Rund 55% der Beschäftigten sind unter 35 Jahre alt und über 50% sind Frauen: Vitalität, Dynamik und Gleichgewicht. Die Labore sind mit hochmodernen, sehr teuren Geräten ausgestattet; aus diesem Grund ist das Teilen so wichtig, um die Ressourcen optimal zu nutzen. Es handelt sich zweifellos um einen privilegierten Ort: der zentrale Konferenzraum (Auditori) mit Wasserspiegel an der Decke hilft dabei, die Energieeffizienzstandards zu erfüllen; außerdem gibt es einen Sportbereich, eine Cafeteria und drei unterirdische Parkebenen.
Das von den Architekten Manel Brullet und Albert de Pineda entworfenes Gebäude besticht durch seine imposante Größe: ein elliptisches, in der Mitte offenes Gebäude mit einer Fläche von 55.000 m², das sich über mehrere Ebenen erstreckt. Die Stockwerke sind U-förmig um den zentralen Innenhof angeordnet, der offen gelassen wurde und zum Meer hin ausgerichtet ist, während die mit Holz verkleidete Außenfassade den Boden nicht ganz berührt – ein Merkmal, das den Eindruck von Leichtigkeit verstärkt: Auf den ersten Blick scheint der PRBB in der Luft zu schweben und sich nur leicht auf dem Erdgeschoss aufzustützen. Außerdem sind diese Infrastruktur und die Aktivitäten, die dort stattfinden, nach einem genossenschaftlichen Modell organisiert, das auch ein Engagement für den Umweltschutz und die Energieeinsparung umfasst. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
Von Sara Oró, April 2026
Schlagwörter: Barcelona, Moderne Welt
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